Bilderspende für den Erweiterungsbau St. Elisabeth, Bürstadt

Schon Goethe fand, „man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen“. Zwar unterscheiden sich die Ansprüche von Mensch zu Mensch, doch funkt das Radio in seiner Fülle noch Balladen für jeden Geschmack ins Haus und auch ein guter Buchband ist ein verhältnismäßig erschwinglicher Besitz. Wo aber wird dem Auge Malerei zuteil, wenn Museen und Ausstellungen geschlossen sind, und wäre es nicht ohnehin in Goethes Sinn, sich auch im Alltag mit Kunst zu umgeben?
Aus Sicht der Künstler allemal, das lässt der Künstlerverein Bürstadt mit seiner Kunstspende an Altenpflegeheim St. Elisabeth erkennen. Auf 1300 Quadratmetern wurde dort angebaut und wird noch umgebaut, die ersten Senioren haben im April neue Räume bezogen. Damit in ungewohnter Umgebung eine wohnliche Atmosphäre gut gedeihen kann, stellen die Mitglieder des Vereins eigene Gemälde zur Verfügung, die fortan Alt- und Neubau schmücken sollen.

Martina Rausch, die mit Karin Maurer zusammen die Initiative startete, fühlt sich dem Altenpflegeheim seit ihrer Kindheit verbunden. „Meine Mutter half hier lange ehrenamtlich gearbeitet und kümmerte sich um die Bewohner. Seitdem ist es auch mir ein Anliegen, etwas beizutragen.“ Im Oktober schon war sie auf Sonja Schmitt zugekommen, die als hauswirtschaftliche Leiterin auch für die Dekoration im Heim zuständig ist. Schmitt wollte das Vorhaben auch gleich mit ihr angehen, für Verzögerung sorgte aber der Pandemieverlauf im Winter.
Der Verein blieb derweil nicht untätig, ein Aufruf an die Mitglieder wurde mit spendefreudiger Resonanz beantwortet. 9 Künstler erklärten sich bereit, eigene Werke beizusteuern – teils gegen einen Materialbeitrag oder ganz kostenlos. Insgesamt 66 unterschiedliche Bilder kamen so zusammen, die der Künstlerverein dem Altenpflegeheim anbieten wollte.  Um die Auswahl bei dieser Angebotsfülle mit den Vorstellungen und Möglichkeiten des Pflegeheims abzustimmen, erstellte Ingeborg Gärtner-Grein, die Erste Vorsitzende des Vereins, einen Ansichtskatalog mit Abbildungen der gesammelten Werke samt Namen der Künstler und Angaben zu Format und Medium. Die Auswahl, unter anderen von Sonja Schmitt und dem Heimbeirat getroffen, fiel auf insgesamt 19 Bilder von Markus Pröckl, Martina Rausch, Karin Maurer und Ingeborg Gärtner-Grein.

Der Künstlerverein und St. Elisabeth sind sich nicht fremd, war der Gemeinschaftsraum der Einrichtung doch immer wieder Schauplatz von Werkschauen der Künstler, und auch die sonst regelmäßigen Kunst- und Adventsausstellungen im Bürgerhaus sind für die Senioren in direkter Nachbarschaft. In letzteren demonstrieren Mitglieder des Vereins alljährlich eine große Bandbreite verschiedener Techniken, Medien und ästhetischen Ausprägungen, für die Spendeaktion wurde sich aber speziell auf Gemälde – im Original oder als Nachdruck – geeinigt. Eine Stringenz bei der Motivwahl ist nicht abzuerkennen: Blumen, Landschaften, allesamt farbenfroh. „Großartige, lebenszugewandte Bilder“, findet Benedict Pretnar, der Heimleiter, und wird doch nicht müde, die Vielfalt der Werke untereinander zu loben, richtet seinen Dank an die Künstler und den Verein, der die Aktion getragen hat. „Das bringt uns Farbe in die Räume und Freude zu den Menschen.“

 

(Text Marius Grein – geschrieben für die BZ)

2021 wird keine "große" Kunstausstellung im Bürgerhaus stattfinden können, auch die Adventsausstellung wird dieses Jahr nicht stattfinden.

Unsere Ausstellungen müssen von langer Hand vorgeplant werden. Die Vorbereitungen ziehen sich über ein ganzes Jahr hin und beginnen deshalb schon direkt nach der vorherigen Ausstellung.

Das Datum wird meist sogar schon zwei Jahre im Voraus festgelegt, der Raum muss gebucht werden, Jurymitglieder angefragt, Messebauer und Musiker gebucht, die Künstler angeschrieben und, und, und….

Das alles war auch dieses Jahr durch Corona nicht planbar für uns als kleiner Verein mit ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitgliedern. Wir hoffen auf 2022 und vielleicht kurzfristige, kleine, vereinsinterne Aktionen.

Wer wir sind ...

Der Künstlerverein Bürstadt – kurz KVB – ist ein Zusammenschluss kreativ tätiger Menschen, die sich mit Malerei, Fotografie, Skulptur und Kunsthandwerk in den verschiedensten Ausprägungen beschäftigen.

Einige Mitglieder verfassen auch Lyrik und Prosatexte – oft zusätzlich zu den oben genannten Gebieten. Die Mitglieder des Künstlervereins kommen sowohl aus dem Bereich der bildenden als auch aus dem der angewandten Kunst.

Der KVB hat zurzeit ca. 50 Mitglieder, die sich aus aktiven, passiven und Förder-Mitgliedern zusammensetzen. Aktiv tätig im künstlerischen Bereich (Malerei, Fotografie, Skulptur, Kunsthandwerk) sind ca. 35 Mitglieder.

Weniger als die Hälfte unserer Mitglieder ist noch in Bürstadt ansässig, sie kommen aus der näheren und weiteren Umgebung.

Durch unsere Ausstellungen – besonders unsere Kunstausstellung – haben viele Künstlerinnen und Künstler zu uns gefunden und sind Mitglied in unserem Verein geworden.

In der Osterausstellung, die in der Regel drei Wochen vor dem Fest stattfindet, präsentieren und verkaufen ca. 40 Kunsthandwerker*innen ihre selbst hergestellten Waren.

Die Kunstausstellung im Oktober bietet Künstlerinnen und Künstler von Berlin bis Bürstadt und darüber hinaus eine Plattform, die seit mehr als 20 Jahren überregional Anklang findet.

Die Adventsausstellung findet meist am Totensonntag-Wochenende im November statt. Hier zeigen eigene und vereinsfremde Kunsthandwerker*innen ihre weihnachtlichen Kreationen.

Heidi Darjes

Der Künstlerverein Bürstadt trauert um Heidi Darjes, die im Januar 2021 verstarb. Sie war viele Jahre aktives Vereinsmitglied und engagierte sich auch als Beisitzerin im Vorstand.

Ihre farbenfrohen und expressiven Bilder zeigen ihre Lebens- und Experimentierfreude, die perfekt zu ihrem Motto „frei und unbeschwert“ passt. Großformatige Werke entstanden im Atelier ARTiM 7, das sie gemeinsam mit drei Künstlerinnen führte. Kleinformatige Öl- und Aquarellbilder entstanden im „Malzimmer“ ihres Hauses in Hemsbach, wo sie mit ihrem Mann lebte.

Heidi zeigte ihre Werke in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen im Rhein-Neckar-Raum und selbstverständlich jedes Jahr in unserer großen jurierten Jahresausstellung, wo sie zweimal Preise für ihre Malerei errang.

Wir, die Mitglieder und der Vorstand, vermissen Heidi, eine Frau mit Charisma und großem Können, die Erinnerung an sie und ihre Werke bleibt.

Impressionen der 22. Kunstausstellung 2019 im Bürgerhaus Bürstadt

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